Liebe Läuferinnen und Läufer,

30 Jahre Ginnheimer Lauftreff! Das feiern wir in dieser Woche mit dem virtuellen Jubiläumslauf – bitte meldet Eure Läufe und Jubiläumskilometer hier und wir veröffentlichen sie auf dieser Seite.

Virtueller Jubiläumslauf

Außerdem: Heute gibt es den zweiten und letzten Teil von Volkers Bericht „Lost in Thailand“ sowie ein Gedicht von Stefan, aktuell wie eh und je. Viel Vergnügen bei der Lektüre!

Sportliche Grüße
Peter

Wer auch etwas beitragen möchte, ist herzlich eingeladen, seinen Text an info@ginnheimer-lauftreff.de zu schicken.

„Lost in Thailand?“ (Teil 2) von Volker

Was bisher geschah: Volker ist seit dem 11. März in Thailand und genießt Land & Leute bei bestem Badewetter. Aber jeden Morgen sind da diese besorgten WhatsApps aus Deutschland … Braut sich hier doch was zusammen?

Thai Airways zeigte meinen Flug im Internet weiterhin als planmäßig. Seltsamerweise war dort aber niemand mehr erreichbar, weder in Thailand noch in Deutschland. Auch Anfragen per email blieben unbeantwortet. Mir dürfte trotzdem nichts passieren, dachte ich, habe ja einen Direktflug, muss also nicht in einem unsicheren Drittland zwischenlanden. Und die Zahl der in Thailand gemeldeten Infizierten war binnen einer Woche nur geringfügig auf 80 gestiegen. Gleichwohl mussten in den Städten alle Restaurants und Geschäfte schließen; das fand ich beunruhigend. Meine Insel aber blieb weiterhin das Paradies. Abgesehen vom Ausfall eines (von zwei) Geldautomaten und dass ich tatsächlich beinahe von einer herunterfallenden großen weißen Kokosnuss erschlagen worden wäre, war alles gut.

Am 24. März schaltete sich dann die Regierung ein und sagte ruckartig alle internationalen Flüge ab 1. April ab. Mein Rückflug am 2. April wurde weiterhin als offiziell bestätigt geführt, mir erschien es nun aber ratsam, aktiv zu werden … Also weg von der geliebten Insel und so schnell wie möglich nach Bangkok!

Es folgte eine 16-stündige Odyssee per Sammeltaxi, Fähre und mehreren Kleinbussen bis zum Flughafen von Bangkok. Dort ging es beinahe geisterhaft zu, wie in einem Horrorfilm nur mit Vermummten, und niemand konnte Auskunft geben. Ich kämpfte mich zu einem Schalter von Thai Airways durch, wo mein Wunsch nach einem vorzeitigen Rückflug aufgenommen wurde. Es sah nicht gut aus, alle Europäer wollten so schnell wie irgend möglich nach Hause. Manche Deutsche buchten aus Panik einen Flug für 1.700 Euro nach Finnland, um erstmal aus Asien rauszukommen. Andere buchten online um, doch auch der neue Flug wurde rasch gecancelt. Bis dahin gepriesene Last Minute-Rückflüge mit Condor oder Lufthansa sollen mittlerweile fast 2.000 Euro gekostet haben, waren aber ohnehin sehr schnell ausgebucht.

Langsam wurde es brenzlig. Wegen einer angekündigten Verschärfung der Ausgangssperren war zu befürchten, dass man am nächsten Morgen nicht mehr zum Flughafen durchgelassen würde. Ein Hotel in Bangkok zu nehmen, war also keine gute Idee. Also blieb für mich nur die Möglichkeit, am Flughafen mit anderen Leidensgenossen auszuharren. Dann kam die gute Nachricht: Als einer von 10 Gemeldeten aus 800 Wartenden durfte ausgerechnet ich mit nach Frankfurt fliegen, ohne Aufpreis! Absolutes Riesenglück! Am 26. März landete ich nach 11.30h Flug pünktlich um 6:15h in Frankfurt!

Mein Urlaub als Alleinreisender in eine ferne exotische Welt ist so noch abenteuerlicher geworden als gedacht. Und trotzdem oder gerade deshalb fühle ich mich auf seltsame Art entspannt, erleichtert und zufrieden. Zwar musste ich acht Tage früher zurück, durfte aber immerhin 15 sonnige, tendenziell glückliche Tage erleben und in mir speichern. Und ich bin gerade noch rechtzeitig nach Hause gekommen. Für beides bin ich dankbar.

„Schlaffis Erkenntnis“ – Gedicht von Stefan

D

ie Waage schockt, doch Schlaffi hockt,
setzt gänzlich auf Diät und Pillen,
die Fernsehcouch gemütlich lockt,
Bequemlichkeit, das ist sein Willen.

„Jo-Jo“ runter – schnell wieder drauf,
Diäten helfen nicht auf Dauer,
Muskelschwund nimmt seinen Lauf,
Mensch, Schlaffi, werde endlich schlauer!

Beim Laufen purzelt Pfund um Pfund,
man fühlt sich „glückshormondurchflutet“,
das macht den ganzen Kerl gesund,
und er ist wieder wohl durchblutet.

Vorbei ist nun das „Schlaffi-Sein“,
heut läuft er schwungvoll wie ein Reh,
er tut’s auch längst nicht mehr allein,
sondern beim GINNHEIMER LT